Von IoT bis Business Central, diese Technologien lernst du bei erminas

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Warum es bei uns keine Standardprojekte gibt

Wenn jemand fragt, was wir bei erminas eigentlich machen, ist die Antwort selten kurz. In einer Woche geht es um Maschinendaten aus einer Produktionshalle, in der nächsten um Geschäftsprozesse in einem ERP-System, und zwischendurch steht ein Forschungsprojekt mit einer Hochschule an.

Manche IT-Unternehmen haben einen klaren Fokus: Webshops, ERP-Betreuung oder App-Entwicklung. Das ist nicht schlecht – aber es bedeutet auch, dass sich vieles wiederholt.

Bei uns sieht das anders aus. Wir arbeiten mit Industrieunternehmen, die ihre Maschinen vernetzen wollen. Wir entwickeln Lösungen für komplexe Geschäftsprozesse. Wir bauen eigene Produkte. Und manchmal forschen wir gemeinsam mit Hochschulen an Themen, die es so noch gar nicht gibt.

Für dich als Azubi bedeutet das: Du weißt am Montag nicht immer, womit du am Freitag arbeitest. Im besten Sinne.

Die Bereiche, in denen wir arbeiten

Damit du ein Gefühl bekommst, hier ein Überblick – nicht als vollständige Liste, sondern als Momentaufnahme dessen, was gerade passiert oder in den letzten Jahren passiert ist.

Industrial IoT: Wenn Maschinen anfangen zu reden

Ein großer Teil unserer Arbeit dreht sich um das Industrial Internet of Things. Vereinfacht gesagt: Wir helfen Unternehmen dabei, Daten aus ihren Produktionsanlagen zu bekommen und sinnvoll zu nutzen.

Das klingt abstrakt, wird aber schnell konkret. Ein Sensor an einer Maschine erfasst Temperatur, Druck oder Vibration. Diese Daten müssen irgendwo hin, verarbeitet und dargestellt werden. Am Ende soll jemand in der Produktion auf einen Blick sehen können, ob alles läuft oder ob sich ein Problem anbahnt.

Als Azubi kommst du hier mit Themen in Berührung, die in klassischen IT-Ausbildungen oft fehlen: Edge-Geräte und industrielle Protokolle, Zeitreihendatenbanken und Echtzeit-Verarbeitung, Dashboards für den Shopfloor. Und immer wieder die Herausforderung, IT-Systeme und Produktionswelt zusammenzubringen.

Man lernt dabei schnell, dass die echte Welt nicht immer so sauber funktioniert wie ein Tutorial. Maschinen sind alt, Protokolle sind proprietär, und die Halle hat kein WLAN. Genau das macht es interessant.

Business Central: Geschäftsprozesse verstehen und abbilden

Microsoft Dynamics 365 Business Central ist ein ERP-System für den Mittelstand. ERP steht für Enterprise Resource Planning – also die Software, in der ein Unternehmen seine Aufträge verwaltet, Rechnungen schreibt, Lagerbestände führt und die Buchhaltung macht.

Wir passen Business Central an die Bedürfnisse unserer Kunden an: neue Funktionen entwickeln, Schnittstellen zu anderen Systemen bauen, bestehende Prozesse optimieren.

Für die Ausbildung ist das ein spannendes Feld, weil du hier zwei Dinge gleichzeitig lernst. Technisch arbeitest du mit der Programmiersprache AL, entwickelst innerhalb eines großen Frameworks und lernst den Umgang mit Datenstrukturen und Geschäftslogik. Fachlich verstehst du, wie ein Unternehmen eigentlich funktioniert: Was passiert zwischen Bestellung und Lieferung? Warum ist Buchhaltung kompliziert?

Dieses Verständnis für Geschäftsprozesse ist etwas, das viele Entwickler nie richtig lernen. Hier bekommst du es nebenbei mit.

Eigene Produkte: erPub und erTrace

Nicht alles, was wir machen, ist Kundenauftrag. Wir entwickeln auch eigene Produkte, die wir selbst vertreiben und weiterentwickeln.

erPub ist eine Lösung für technische Dokumentation. Unternehmen nutzen es, um Anleitungen, Handbücher und Dokumentationen zu erstellen und zu verwalten. Das klingt unspektakulär, ist aber technisch anspruchsvoll: Versionierung, mehrsprachige Inhalte, verschiedene Ausgabeformate, Integration in bestehende Systeme.

erTrace kommt aus dem IIoT-Bereich und dient der Rückverfolgbarkeit in der Produktion. Welches Bauteil kam wann woher? Welche Parameter wurden bei der Fertigung verwendet? Für Branchen wie Automotive oder Medizintechnik sind solche Fragen essenziell.

An eigenen Produkten mitzuarbeiten hat einen besonderen Reiz. Du siehst, wie ein Produkt über längere Zeit wächst. Du erlebst Entscheidungen, die nicht nur für ein Projekt gelten, sondern langfristig tragen müssen. Und du merkst, dass hinter jedem Feature echte Nutzer stehen, die damit arbeiten.

Forschungsprojekte: Wenn es noch keine Lösung gibt

Regelmäßig arbeiten wir an Forschungsprojekten, oft in Zusammenarbeit mit Hochschulen – aktuell zum Beispiel mit der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.

Forschungsprojekte unterscheiden sich deutlich vom normalen Projektgeschäft. Es gibt keine fertige Anforderung, die man umsetzt. Stattdessen geht es darum, etwas auszuprobieren, Hypothesen zu testen, Neuland zu betreten. Das kann Virtual Reality sein, die in industriellen Kontexten eingesetzt wird, neue Ansätze für Mensch-Maschine-Interaktion oder Konzepte, die heute noch keinen Namen haben.

Für Azubis sind solche Projekte besondere Gelegenheiten. Nicht weil man danach VR-Spezialist ist – sondern weil man erlebt, wie es sich anfühlt, wenn es noch keinen Stack-Overflow-Beitrag zur eigenen Frage gibt. Das schult eine Art von Problemlösung, die man in Routineprojekten nicht lernt.

Web, Cloud und das Handwerkszeug

Natürlich machen wir auch klassische Webentwicklung und Cloud-Projekte. APIs bauen, Frontends entwickeln, Systeme in Azure betreiben. Das gehört zum Handwerk und bildet oft die Basis für die spezielleren Themen.

Hier lernst du Frontend-Entwicklung mit modernen Frameworks, Backend-Entwicklung mit .NET, Datenbankdesign und SQL, Cloud-Dienste und Infrastruktur sowie professionelle Workflows mit Git und CI/CD. Diese Grundlagen brauchst du in praktisch jedem Bereich – sie sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.

Warum Vielfalt der beste Lehrmeister ist

Wenn man die Ausbildungsordnung für Fachinformatiker liest, klingt alles sehr strukturiert. Bestimmte Inhalte in bestimmten Zeiträumen, Prüfungen zu festgelegten Themen.

Die Realität bei uns sieht etwas anders aus. Natürlich erfüllst du alle formalen Anforderungen. Aber darüber hinaus passiert viel, das kein Lehrplan vorsieht.

Du lernst, dich in Neues einzuarbeiten. Das ist vielleicht die wichtigste Fähigkeit in der IT überhaupt. Technologien ändern sich, Projekte stellen neue Anforderungen, und niemand kann alles wissen. Diese Fähigkeit entwickelt man am besten, indem man es immer wieder tut. Bei uns wirst du regelmäßig mit Themen konfrontiert, die du noch nicht kennst. Das kann frustrierend sein – ist aber der beste Trainingseffekt.

Du siehst verschiedene Herangehensweisen. Jeder Bereich hat seine eigene Kultur. IoT-Projekte ticken anders als ERP-Implementierungen. Produktentwicklung folgt anderen Rhythmen als Kundenprojekte. Forschung hat noch mal eigene Regeln. Wenn du verschiedene Bereiche kennenlernst, bemerkst du, welche Methoden wo funktionieren. Und du entwickelst einen eigenen Stil, der von verschiedenen Einflüssen geprägt ist.

Du findest heraus, was dich interessiert. Am Anfang der Ausbildung weißt du wahrscheinlich nicht genau, welche Richtung es sein soll. Vielleicht hast du eine vage Vorstellung – „irgendwas mit Programmieren“ oder „irgendwas mit Daten“. Durch die Vielfalt bei uns bekommst du die Chance, verschiedene Dinge auszuprobieren. Vielleicht merkst du, dass dich Geschäftsprozesse mehr interessieren als erwartet. Oder dass technische Dokumentation spannender ist als gedacht. Dieses Ausprobieren führt zu Entscheidungen, die auf echten Erfahrungen basieren.

Du wirst anschlussfähig. Die IT-Branche ist groß und vielfältig. Wenn du in deiner Ausbildung nur einen kleinen Ausschnitt kennenlernst, fehlt dir später der Überblick. Mit einer breiten Basis verstehst du, wie verschiedene Bereiche zusammenhängen. Du kannst mit unterschiedlichen Spezialisten auf Augenhöhe sprechen. Und du hast Optionen, falls du irgendwann die Richtung wechseln möchtest.

Wie das praktisch aussieht

Theorie ist das eine, Alltag das andere.

Projektwechsel statt starrer Abteilungen: Bei uns gibt es keine Abteilung „IoT“ und keine Abteilung „ERP“, in die man gesteckt wird und dann bleibt. Stattdessen arbeiten wir projektbasiert. Teams bilden sich je nach Anforderung, und als Azubi rotierst du durch verschiedene Projekte. In einem Monat unterstützt du vielleicht bei einer Business-Central-Anpassung, im nächsten bei der Entwicklung eines IoT-Dashboards, und danach bei einem Forschungsthema.

Erfahrene Kollegen als Anlaufstelle: Bei jedem Projektwechsel gibt es jemanden, der sich um dich kümmert – nicht im Sinne von Kontrolle, sondern als Ansprechpartner für Fragen und Feedback. Du bist nie allein in einem fremden Thema. Das ist wichtig, weil Vielfalt ohne Begleitung schnell überfordert. Bei uns achten wir darauf, dass der Sprung ins kalte Wasser nie ohne Rettungsring passiert.

Wissen teilen ist Teil der Kultur: Wenn jemand etwas Neues lernt – sei es eine Technologie, eine Methode oder eine Erkenntnis aus einem Projekt – wird das geteilt. In Team-Meetings, in internen Wikis, in spontanen Gesprächen. Als Azubi profitierst du davon doppelt: Du bekommst Wissen mit, das du sonst mühsam selbst zusammensuchen müsstest. Und du lernst, dass Wissen teilen zum Job gehört.

Was das für deine Zukunft bedeutet

Irgendwann ist die Ausbildung vorbei. Was dann kommt, hängt von vielen Faktoren ab – auch davon, was du in diesen Jahren gelernt hast.

Nach der Ausbildung hast du einen Überblick über verschiedene Bereiche. Du weißt, was dir liegt und was dich interessiert. Auf dieser Basis kannst du dich gezielt spezialisieren – mit dem Vorteil, dass du die anderen Bereiche trotzdem verstehst. Ob du dich Richtung IIoT, ERP, Cloud-Architektur oder etwas ganz anderes entwickelst: Das Fundament trägt.

Dazu kommt Anpassungsfähigkeit als Karrierevorteil. Die IT-Branche verändert sich schnell. Was heute gefragt ist, kann morgen überholt sein. Wer sich in der Ausbildung nur auf eine Sache konzentriert hat, steht dann vor einem Problem. Wer hingegen gelernt hat, sich in Neues einzuarbeiten und verschiedene Perspektiven einzunehmen, bleibt beweglich.

Haben wir dein Interesse geweckt? Wir freuen uns über deine Bewerbung.

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