Wie oft trifft man Menschen, die nicht nur inspirieren, sondern nachhaltig prägen?
Eine Mentorin, eine Wegbereiterin und eine Wissenschaftlerin, die mit Leidenschaft für Chancengleichheit kämpft? Prof. Dr. Susanne Boll ist für mich eine solche Persönlichkeit! Ihre Auszeichnung als Zonta Frau des Jahres 2025 ist eine verdiente Würdigung ihres außergewöhnlichen Engagements.
Als ich gemeinsam mit Birgit Novy die Laudatio zu Susannes Ehren halten durfte, war dies ein besonderer Moment. Nicht nur, weil es eine große Ehre ist, sondern weil mich mit ihr eine lange und prägende Geschichte verbindet. Susanne Boll lebt nicht nur wissenschaftliche Exzellenz, sondern zeigt auch, dass Frauen in der Informatik selbstverständlich dazugehören – und dass Türen sich manchmal erst öffnen, wenn jemand mutig anklopft.
Wissenschaft mit Wirkung: Pionierin in der Mensch-Computer-Interaktion
Susanne Boll ist eine der führenden Wissenschaftlerinnen im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion. Ihre Forschung verbindet Informatik mit gesellschaftlicher Relevanz, ihre Arbeit gestaltet die digitale Zukunft aktiv mit. Doch was sie wirklich auszeichnet, ist ihr Engagement über die Wissenschaft hinaus: Sie ist eine Brückenbauerin zwischen Forschung, Internationalität und Chancengleichheit.
Seit ihrer Zeit als eine der ersten Juniorprofessorinnen an der Universität Oldenburg hat sie maßgeblich zur Entwicklung des Fachbereichs Informatik beigetragen. Sie treibt die Internationalisierung voran, fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs und setzt sich unermüdlich für Frauen in MINT-Berufen ein. Dabei geht es ihr nicht nur um Zahlen oder Quoten – sie schafft echte Netzwerke, bietet Unterstützung und steht als Mentorin an der Seite vieler junger Forscherinnen.

Eine prägende Wegbegleiterin: Meine persönliche Verbindung zu Susanne Boll
Ich begegnete Susanne Boll erstmals als Juniorprofessorin – eine dynamische, moderne Stimme in der Wissenschaft. Sie vermittelte uns nicht nur aktuelles technologisches Wissen, sondern lebte vor, mit welchem Tempo und welcher Neugier man sich neuen Innovationen stellen muss. Ihre Vorlesungen waren nicht nur inspirierend, sondern auch richtungsweisend: Gemeinsam mit Hilmar setzte ich damals meine ersten Webprojekte um.
Ich erinnere mich besonders an meine Zeit bei OFFIS, als ich unmittelbar miterlebte, wie sie die Internationalisierung in der Wissenschaft vorantrieb. Sie holte Perspektiven aus aller Welt nach Oldenburg – und ganz konkret in mein Büro: Einer ihrer ersten wissenschaftlichen Mitarbeiter kam nicht aus Deutschland und aufgrund meiner Auslandserfahrungen direkt zu mir.
Nicht nur ihre wissenschaftlichen Visionen haben mich beeindruckt. Ihr Umgang mit der Vereinbarkeit von Familie und Karriere hat mir gezeigt, dass beides möglich ist – auch wenn das Herausforderungen mit sich bringt. Meetings mit Kinderwagen? Für Susanne kein Tabu, sondern ein selbstverständlicher Teil der Realität. Diese Haltung hat mir Mut gemacht und prägt mich bis heute.
Ein Vorbild für die Wissenschaft – und weit darüber hinaus
Susanne Boll ist mehr als eine herausragende Forscherin – sie ist eine Wegbereiterin für Frauen in der Informatik und darüber hinaus. Ihr Wirken zeigt: Erfolg in der Wissenschaft ist nicht an Geschlecht gebunden, sondern an Talent, Engagement und den richtigen Rahmenbedingungen.
Ich bin dankbar, dass ich sie als Mentorin, Kollegin und Vorbild erleben durfte – und freue mich, dass ihre Verdienste nun mit der Auszeichnung als Zonta Frau des Jahres 2025 gewürdigt werden.