Industrielle Prozesse und Softwarelösungen bleiben im Alltag meist unsichtbar – verborgen in Schaltschränken, Produktionslinien oder der Cloud. Auf Messen holen wir diese Technik an die Oberfläche: Unser Freefalltower-Exponat überträgt industrielle Abläufe in ein kompaktes, anschauliches Format und zeigt, wie Hardware, Steuerung und Software in Echtzeit zusammenarbeiten.
Ziel ist es, industrielle Digitalisierung verständlich und greifbar zu machen – nicht abstrakt, sondern als konkretes Beispiel für vernetzte Systeme und automatisierte Prozesse.
1. Komponenten und Aufbau des Exponats
Der Freefalltower simuliert industrielle Bewegungsabläufe im verkleinerten Maßstab – vom Startsignal bis zur kontrollierten Bremsung. Besuchende können verschiedene Fahrszenarien auslösen und beobachten, wie Sensordaten erfasst, verarbeitet und anschließend als Wartungsinformation weitergegeben werden. Damit entsteht ein anschauliches Beispiel für den gesamten Weg industrieller Daten: von der Erfassung über die Analyse bis hin zur automatisierten Prozessauslösung in Business Central.
Technisch umgesetzt wird dies durch zwei industrielle Edge-Computer des Typs RevPi von Kunbus. Der erste Rechner steuert die Abläufe – er startet auf Knopfdruck die Fahrten und aktiviert die Bremsvorgänge. Der zweite sammelt Sensordaten, wertet sie aus und visualisiert die Ergebnisse auf einem angeschlossenen Display.
Für vergleichbare Anwendungen setzen wir auch auf Systeme anderer Hersteller, etwa Siemens Industrial Edge, Beckhoff CX-Controller oder WAGO Edge Computing Module. Diese Plattformen zeigen, wie flexibel sich Edge-Architekturen in bestehende Automatisierungs- und IT-Landschaften integrieren lassen.
Ein zentrales technisches Element des Frefalltowers ist die Wirbelstrombremse, die über ein variables Magnetfeld die Fallgeschwindigkeit reguliert. Sensoren erfassen Start- und Endpunkte jeder Fahrt, der Edge-Computer berechnet Dauer und Geschwindigkeit und erkennt automatisch Abweichungen vom Sollverhalten. So lassen sich unterschiedliche Betriebszustände simulieren – von der Normalfahrt bis zur Störung.
Über Taster am Bedienpult können drei Betriebsmodi gewählt werden:
Stellung 0: Normale Fahrt ohne Bremswirkung
Stellung 1: Leichte Störung, Bremse teilaktiv
Stellung 2: Starke Störung, Bremse voll aktiv – Wartungsbedarf wird simuliert
Bei einer erkannten Störung greift die Integration von erPUB und Microsoft Dynamics 365 Business Central (BC): Über eine AL-Schnittstelle löst erPUB automatisch einen Wartungsauftrag im ERP-System aus. Auf einem separaten Tablet lässt sich dieser Prozess in Echtzeit nachvollziehen – vom Auslösen des Ereignisses bis zur Erfassung des Auftrags in BC.
Das Exponat zeigt damit praxisnah, wie sich OT-Systeme (Operational Technology) und IT-Systeme koppeln lassen, um Wartungsprozesse zu automatisieren und Datenflüsse transparent zu gestalten.
2. Demonstration auf Messen: Interaktives Erleben
Auf Messen dient der Freefalltower als Demonstrator für reale industrielle Anwendungsfälle – etwa Predictive Maintenance, automatisierte Wartungsprozesse und Sensordatenanalyse. Besuchende können über Bedienelemente gezielt Störungen auslösen und beobachten, wie diese in Form von Zustandsdaten erfasst, ausgewertet und automatisch an Business Central übermittelt werden. So wird nachvollziehbar, wie aus Sensordaten konkrete Serviceaufträge entstehen und wie datengetriebene Wartung in industriellen Umgebungen umgesetzt werden kann.
Das Tablet-Display zeigt die automatisch generierten Wartungsaufträge in Business Central und macht damit sichtbar, wie Zustandsdaten in Wartungsprozesse überführt werden. So wird deutlich, wie eine durchgängige Integration von Edge-, IoT- und ERP-Systemen praktisch umgesetzt werden kann.
Das Exponat verdeutlicht damit die Relevanz solcher Integrationsszenarien: Sie ermöglichen eine effizientere Fehlererkennung, vorausschauende Wartung und eine engere Verzahnung zwischen Produktion und Geschäftsprozessen.


3. Erweiterungen und neue Anbindungen
Das Freefalltower-Exponat wird fortlaufend weiterentwickelt. Nach der erfolgreichen Integration von erPUB und Business Central liegt der Fokus künftig auf erweiterten Analyse- und Diagnosestrukturen. Denkbar sind zusätzliche Sensoren, um Datenqualität und Zustandsüberwachung weiter zu erhöhen, oder KI-gestützte Auswertungen zur frühzeitigen Störungserkennung.
Die Verbindung von Edge Computing und Prozessintegration bietet hier ein hohes Automatisierungspotenzial. Neue Schnittstellen – etwa zu MES-, ERP- oder Cloud-Systemen – können die Skalierbarkeit weiter erhöhen und reale industrielle Szenarien noch präziser abbilden.
Exponate wie der Freefalltower schaffen damit nicht nur Aufmerksamkeit auf Messen, sondern liefern übertragbare Use Cases für industrielle Digitalisierung. Sie zeigen, wie technische Infrastruktur, Datenanalyse und Unternehmenssoftware ineinandergreifen, um Wartung und Serviceprozesse effizienter und transparenter zu gestalten.
Der Freefalltower ist ein Beispiel dafür, wie sich Digitalisierung und Industrie effizient verknüpfen lassen. Er demonstriert die praxisnahe Integration von OT und IT – von der Sensorik über Edge Computing bis in die ERP-Ebene – und verdeutlicht, welches Potenzial in automatisierten, datenbasierten Wartungsprozessen steckt.
Wenn Sie erfahren möchten, welche Integrationspotenziale in Ihren Prozessen stecken, sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern zu passenden Lösungen.



