Mehr als Code: Messen Vertrieb und Kundenkontakt in der Ausbildung

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Programmieren ist nur die halbe Miete

Ein hartnäckiges Missverständnis über IT-Berufe: Wer Fachinformatiker wird, tippt den ganzen Tag Code. Kopfhörer auf, Welt aus, Zeile für Zeile.

Die Realität? Programmieren macht vielleicht die Hälfte der Arbeit aus – oft weniger. Der Rest ist Kommunikation, Abstimmung, Zuhören. Verstehen, was der Kunde wirklich braucht. Erklären, warum etwas länger dauert als gedacht.

Diese Fähigkeiten stehen in keinem Lehrplan und tauchen in keiner Prüfung auf. Trotzdem entscheiden sie darüber, wer in diesem Beruf erfolgreich ist.

Bei erminas nehmen wir diesen Teil der Ausbildung genauso ernst wie das Technische.

Kommunikation: Mit Menschen reden, nicht nur mit Maschinen

Der erste Schock für viele Azubis: wie viel geredet wird. Meetings, Abstimmungen, kurze Fragen, längere Diskussionen über Lösungswege.

Das liegt daran, wie moderne Softwareentwicklung funktioniert. Kaum jemand baut noch alleine ein Produkt von Anfang bis Ende. Teams arbeiten zusammen – und Teams müssen kommunizieren. Wer eine Schnittstelle baut, muss mit dem reden, der sie nutzt. Wer ein Feature entwickelt, muss verstehen, was der Kunde eigentlich will – selten das, was er zuerst sagt.

Bei uns lernst du das von Anfang an. Du sitzt in Meetings, erst als Zuhörer, dann mit eigenen Beiträgen. Du sprichst mit Kollegen aus anderen Fachbereichen, die eine völlig andere Perspektive mitbringen. Du lernst, Fragen zu stellen, die wirklich weiterhelfen, statt nur etwas gesagt zu haben.

Irgendwann merkst du: Kommunikation ist genauso trainierbar wie Programmieren. Zuhören ist eine aktive Fähigkeit, keine passive.

Kundenkontakt: Früher als du denkst

In manchen Unternehmen werden Azubis von Kunden ferngehalten. Zu riskant, zu unerfahren. Bei uns läuft das anders.

Am ersten Tag gehst du nicht allein ins Kundengespräch. Aber du bist dabei. Du beobachtest, wie erfahrene Kollegen Anforderungen aufnehmen, nachfragen, mit Missverständnissen umgehen. Du lernst die unausgesprochenen Regeln: Wann unterbricht man? Wie formuliert man Bedenken, ohne den Kunden vor den Kopf zu stoßen? Was macht man, wenn der Kunde etwas will, das technisch keinen Sinn ergibt?

Mit der Zeit bekommst du eigene Aufgaben. Vielleicht sollst du ein technisches Detail erklären oder nach einem Gespräch zusammenfassen, was besprochen wurde. Kleine Schritte, aber echte Verantwortung.

Wer Kundenkontakt erst nach der Ausbildung lernt, hat einen Rückstand, der sich schwer aufholen lässt.

Anforderungsanalyse: Die Kunst hinter der Technik

Einer der häufigsten Fehler in der Softwareentwicklung: Man baut exakt das, was der Kunde gesagt hat – und er ist trotzdem unzufrieden.

Warum? Kunden wissen oft nicht genau, was sie wollen. Sie beschreiben ein Problem, aber ihre Lösungsidee ist nicht die beste. Sie vergessen Wichtiges, weil es für sie selbstverständlich ist. Oder sie ändern ihre Meinung, sobald sie das erste Ergebnis sehen.

Du lernst bei uns, Anforderungen zu hinterfragen statt sie einfach umzusetzen. Warum braucht ihr das? Was passiert in diesem Szenario? Wer arbeitet damit? Fragen, die oft mehr wert sind als jede technische Lösung. Du lernst auch, Anforderungen zu dokumentieren – nicht als bürokratische Pflicht, sondern als Werkzeug gegen Missverständnisse.

Anforderungsanalyse ist Detektivarbeit. Du findest heraus, was wirklich gebraucht wird, oft gegen den Widerstand von unklaren Aussagen und widersprüchlichen Wünschen. Wenn du es richtig machst, ersparst du dir und allen anderen viel Ärger.

Selbstorganisation: Niemand sagt dir, was du tun sollst

In der Schule bekommst du Aufgaben und erledigst sie. Bei erminas läuft das mit der Zeit anders.

Am Anfang sind Aufgaben klar definiert. Später werden sie offener: „Wir brauchen eine Lösung für Problem Y – überleg dir was.“ Und irgendwann: „Hier ist das Projekt, hier die Ziele – teil dir deine Zeit ein.“

Das ist für manche ein Kulturschock. Plötzlich musst du selbst entscheiden, womit du anfängst. Du musst einschätzen, wie lange etwas dauert, priorisieren wenn mehrere Dinge anstehen, erkennen wann du Hilfe brauchst.

Du hast Ansprechpartner, bekommst Feedback, kannst jederzeit fragen. Aber du lernst, dich selbst zu organisieren – weil das eine Fähigkeit ist, die du dein ganzes Berufsleben brauchst. Niemand wird dir mit 30 noch sagen, was du als Nächstes tun sollst.

Feedback geben und nehmen: Härter als es klingt

Im wöchentlichen Azubi Weekly geht es nicht nur um Projektstatus und Berufsschule. Es geht darum, wie es wirklich läuft. Was funktioniert gut? Wo hakt es?

Feedback zu bekommen ist anfangs unangenehm. Jemand sagt dir, dass dein Code schwer lesbar ist, dass du in Meetings zu wenig sagst, dass du Aufgaben unterschätzt. Das fühlt sich erstmal nach Versagen an.

Mit der Zeit ändert sich die Perspektive. Feedback ist Information, kein Angriff. Jemand teilt eine Beobachtung, damit du besser werden kannst – nicht um dich fertigzumachen. Das zu verinnerlichen dauert, aber es verändert alles.

Noch schwieriger ist es, selbst Feedback zu geben. Einem Kollegen sagen, dass seine Erklärung verwirrend war. Einer erfahrenen Entwicklerin sagen, dass ihr Code an einer Stelle unklar ist. Das erfordert Mut und Fingerspitzengefühl – Eigenschaften, die man nur durch Übung entwickelt.

Bei uns ist Feedback Teil des Alltags. Nicht einmal jährlich in einem formellen Gespräch, sondern regelmäßig und direkt. Das ist manchmal unbequem, aber es sorgt dafür, dass Probleme nicht eskalieren.

Präsentieren: Dein Wissen ist nur so viel wert, wie du es vermitteln kannst

Du kannst das beste Feature der Welt bauen – wenn du nicht erklären kannst, was es tut, versteht es niemand.

Präsentieren gehört deshalb zur Ausbildung. Du lernst, technische Sachverhalte so zu erklären, dass auch Nicht-Techniker sie verstehen. Du lernst, Demos zu geben, die zeigen was ein System kann, ohne in Details zu versinken. Du lernst, in Meetings deine Arbeit vorzustellen, ohne zu langweilen.

Das fängt klein an – im Azubi Weekly erklären, woran du arbeitest. Mit der Zeit wird es anspruchsvoller: ein interner Vortrag über eine Technologie, eine Präsentation vor dem Kunden, ein Workshop in dem du anderen etwas beibringst.

Jedes Mal lernst du etwas. Dass Kürze besser ist als Vollständigkeit. Dass die ersten dreißig Sekunden entscheiden, ob die Leute zuhören. Dass Fragen aus dem Publikum keine Bedrohung sind, sondern eine Chance.

Diese Fähigkeiten werden unterschätzt. Sie machen oft den Unterschied zwischen gutem Arbeiten und für gute Arbeit bekannt sein.

Echte Verantwortung übernehmen

„Verantwortung übernehmen“ klingt nach Stellenanzeigen-Phrase. Bei uns bedeutet es etwas Konkretes.

Wenn du eine Aufgabe übernimmst, bist du zuständig. Nicht jemand anders, der aufpasst. Du meldest dich, wenn etwas nicht klappt. Du fragst nach, wenn etwas unklar ist. Du lieferst ab, was du versprochen hast – oder sagst rechtzeitig Bescheid, wenn das nicht möglich ist.

Viele Menschen haben nie gelernt, echte Verantwortung zu tragen. Sie sind gewohnt, dass jemand hinter ihnen aufräumt, dass es immer eine höhere Instanz gibt.

Bei uns bekommst du diese Verantwortung früh. Natürlich abgestuft, mit Sicherheitsnetz, aber echt. Du merkst, dass deine Arbeit Konsequenzen hat, dass Zusagen zählen. Das formt eine Haltung, die weit über die Ausbildung hinausträgt.

Berufsschule: Theorie trifft Praxis

Ein bis zwei Tage pro Woche verbringst du in der Berufsschule. Die hat einen gemischten Ruf – manches ist veraltet, anderes grundlegend wichtig.

Im Azubi Weekly besprechen wir regelmäßig, was in der Schule dran ist. Bei Unklarheiten helfen ältere Azubis oder Ausbilder. Veraltetes ordnen wir ein – manchmal ist es trotzdem prüfungsrelevant.

Der echte Vorteil der Theorie: Sie hilft dir, Neues schneller zu verstehen. Warum funktionieren Netzwerke so? Was passiert im Computer, wenn du ein Programm startest? Wer die Prinzipien kennt, kann sich leichter in Unbekanntes einarbeiten.

Was das für deine Karriere bedeutet

Kommunikation, Kundenkontakt, Selbstorganisation, Feedback, Präsentieren, Verantwortung – diese Skills sind nicht optional. Sie sind oft das, was den Unterschied macht.

Eine ehrliche Wahrheit: Ein guter Entwickler, der nicht erklären kann was er tut, bleibt unsichtbar. Ein durchschnittlicher Entwickler, der gut mit Menschen kann, wird befördert. Das mag ungerecht erscheinen, aber es spiegelt die Realität.

Die gute Nachricht: All das ist erlernbar. Diese Fähigkeiten fallen nicht vom Himmel und sind nicht angeboren. Man braucht die Gelegenheit zu üben – und jemanden, der zeigt, wie es besser geht.

Genau das bieten wir. Nicht als Zusatzprogramm, sondern als integraler Teil der Ausbildung.

Wenn das nach einer Ausbildung klingt, die zu dir passt, bewirb dich doch hier.

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